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Konzentration und Aufstieg

Aufstiegskompetenz durch verbesserte Konzentration

Die täglichen Ablenkungen durch ankommende Nachrichten, Telefonate und die sozialen Medien lassen unsere Aufmerksamkeitsspanne immer geringer werden. Wir beschäftigen uns mit Dingen, die von außen über verschiedene Kanäle an uns herangetragen werden und gehen dieser Aufforderung gerne nach.

Die Fähigkeit der Fixierung als Basis für Ihre Aufstiegskompetenz

In der Psychologie besteht Einigkeit darüber, dass sich hinter dem Begriff „Konzentration“ die Abschirmung gegen störende Reize verbirgt. Man bleibt auf eine Sache fixiert und alle Ablenkungen werden außer Acht gelassen. Doch die Summe der täglichen Konzentrationszeit ist begrenzt: eine Zahl von 4 bis 5 Stunden wird in diesem Zusammenhang häufig genannt. Über die Dauer zusammenhängender Phasen gibt es unterschiedliche Aussagen, von 10 bis 30 Minuten, über 45 Minuten, bis hin zu 90 Minuten.

Positiv ist, dass die Fähigkeit der Konzentration – wie ein Muskel – trainiert werden kann. Wer in Bezug auf konkrete Tätigkeiten üben möchte, macht dies bestenfalls genau während dieser Tätigkeit: sich immer wieder neu konzentrieren, so dass sich die Konzentrationsphasen verlängern. Möchte man die allgemeine Konzentrationsfähigkeit verbessern, helfen Achtsamkeitsübungen und Meditationen, um einen „Muskelaufbau“ zu betreiben.

Unterbrechungen machen die Arbeit ineffizient!

Jede Unterbrechung reißt uns nicht nur aus der Konzentration, sie fordert und lenkt im Regelfall unsere Aufmerksamkeit auf eine andere Aufgabe. Wir fokussieren uns auf das neue Thema, um uns im Anschluss wieder unserer ursprünglichen Aufgabe zuzuwenden. Die Informationswissenschaftlerin Gloria Mark hat in einer Stichprobenstudie aus dem Jahr 2006 festgestellt, dass es pro Unterbrechung 25 Minuten gedauert hat, bis die ursprüngliche Tätigkeit wieder aufgenommen wurde.

Demnach sollte Ihre Aufstiegsstrategie ein Zeitmanagement mit Kommunikationszeiten für die E-Mailbeantwortung, notwendige Telefonate und Besprechungen beinhalten sowie störungsfreie Zeiten aufweisen, damit Sie produktiv Ihrer Arbeit nachgehen können.

Unterbrechungen vs. Wohlbefinden

Doch nicht nur die Leistung leidet, auch das Wohlbefinden sinkt bei ständigen Unterbrechungen. Thomas Rigotti, Professor für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der Universität Mainz und seine Kollegin Anja Baethge haben untersucht, wie sich Unterbrechungen der Tätigkeiten auf das Wohlergehen von Krankenpflegern auswirken. Bei der Betrachtung verschiedener Tage und unterschiedlicher Situationen stellte sich heraus, dass sich häufige Unterbrechungen und Multitasking-Phasen negativ auswirken. Grübeleien und Reizbarkeit begleiteten die Arbeitstage und wirkten sich bis in den Feierabend aus. Thomas Rigotti erklärt: „Menschen haben das Bedürfnis Handlungen abzuschließen und das wird bei Unterbrechungen immer wieder enttäuscht.“

Sobald die Krankenpfleger eine Aufgabe nach der anderen erledigen konnten, fühlten sich weitaus wohler.

Störungen mit Selbstauslöser

Zusätzlich zu den Unterbrechungen von außen, fordern uns innere Ablenkungsmechanismen ebenfalls heraus. Während wir uns konzentrieren sollten, denken wir an Dinge, die später noch erledigt werden müssen, an den letzten Urlaub oder holen uns erst mal einen Kaffee.

Zu diesen Störfaktoren zählt auch das Handy. Ein Bereich unserer Aufmerksamkeit ist ständig „online“ und jeder Ton, jedes Blinken fordert uns auf, unsere Konzentration zu verlassen und uns der „Ablenkung“ zu widmen. Diese Meinung vertreten die die Forscher der Universität Texas, die in der „Brain-Drain Studie“ festgestellt haben, dass die Probanden Denkaufgaben besser gelöst haben, je weiter das Handy entfernt war: die besten Ergebnisse wurden erzielt, als das Handy in einem anderen Raum lag.

Prof. Erich Kasten erklärt: „Wir konzentrieren uns, aber wir lenken unsere Aufmerksamkeit im Grunde genommen beständig auf das Falsche.“ Da die Ressourcen des Gehirns begrenzt sind, „vergeudet man eine nicht unbeträchtliche Menge der Aufmerksamkeitskapazität auf Dinge, die zwar angenehm sind, aber nicht wirklich wichtig und nicht wirklich nützlich.“

Frühzeitige Ruhepausen erhöhen die Leistungsfähigkeit

Ruhepausen sind wichtig für das Gehirn. In den Arbeitspausen, beim Schlafen oder anderen, mit dem Gefühl der Entspannung einhergehenden Tätigkeiten kann es sich erholen, um für die nächsten Konzentrationsaufgaben bereit zu sein.

Neuropsychologe Erich Kasten rät: „Gehen Sie raus, betrachten Sie Wolkenformationen“, und auch die Psychologen Rachel und Stephen Kaplan zeigten bereits in den 1980ern auf, dass die Konzentration nach einem Waldspaziergang – und sogar schon nach dem Betrachten von Landschaftsbildern – zugenommen hat.

„Wenn man die Pausen früher macht, kann man die Leistungsfähigkeit länger aufrechterhalten“, sagt Arbeitspsychologe Thomas Rigotti. Förderlich ist es demnach, sich diese Pausen frühzeitig zu gönnen und nicht erst, wenn man erschöpft ist.

Als Fazit gilt, stärken Sie Ihre Aufstiegskompetenz und Leistungsfähigkeit, indem Sie bewusst positiv auswirkende Unterbrechungen, wie einen Spaziergang durch den Park, täglich in Ihren Alltag einbauen.

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